Ehrungen für eine Nobelpreisträgerin und einen Schriftsteller
Die Universität Zürich wird heute 193 Jahre alt. Sie feiert ihr Bestehen im Rahmen des Dies academicus mit einem feierlichen Anlass, zu dem wichtige Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Wissenschaft und sowie Lehre und Forschung eingeladen sind. Durch den Anlass führt die Moderatorin Tanya König. Die Veranstaltung beginnt mit der Festrede von Regierungsrätin Dr. Silvia Steiner. Im Anschluss werden ausgewählte Forschungs-Highlights der sieben Fakultäten filmisch vorgestellt – ein Einblick in die Vielfalt an der Universität Zürich. Das Akademische Orchester Zürich begleitet stimmungsvoll den Festakt.
Der Rektor und sein Zwilling
In seinem eigenen Beitrag lässt sich Rektor Michael Schaepman auf eine Diskussion mit seinem Alter Ego – einem KI-generierten Zwilling – ein. Was am Dies academicus als Spass an einer Spielerei eines interdisziplinären Teams daherkommt, soll auch zeigen, dass Künstliche Intelligenz eine zukunfsträchtige Herausforderung für Lehre und Studium ist und in der Forschung sinnvoll genutzt wird. «Wir dürfen aber die Deutungshoheit über KI und andere zentrale Entwicklungen nicht aus der Hand geben. Genau darin liegt eine Kernaufgabe der Universität Zürich», erklärt der Rektor.
Standesrede VFFL und UZH-Talk
Im Anschluss an Schaepmans Rede zu wissenschaftlicher Neugier, globalen Netzwerken und Interdisziplinarität hielt die Vereinigung der Fortgeschrittenen Forschenden und Lehrenden (VFFL), die sich innerhalb der UZH für Mitbestimmung, Mitsprache und Mitgestaltung in Lehre und Forschung einsetzt, ihre Standesrede. Und der Direktor Finanzen, Daniel Hug, informierte im UZH Talk über die komplexe Finanzierung der Universität.
Preisverleihungen und Ehrungen
Neben der Forschung ist auch die Nachwuchsförderung wichtiger Bestandteil im Schaffen und Wirken an der Universität Zürich. Prorektorin Elisabeth Stark verleiht im Auftrag der Fakultäten die Jahrespreise an sieben hervorragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler.
Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger sind: PD Dr. theol. Lida Panov (Theologische und Religionswissenschaftliche Fakultät), Stefano Statunato (Rechtswissenschaftliche Fakultät), Tabea Rudolf (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät), Dr. med. Simon Wolf (Medizinische Fakultät), Dr. sc. med. vet. Daniel Fuchs (Vetsuisse-Fakultät), Dr. phil. Salome Egloff (Philosophische Fakultät) und Dr. sc. nat. Fabienne Läderach (Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät).
Team-Effort-Preis für Kampf gegen Rassismus
Die UZH würdigt das Collective for Anti-Racist Art History (CARAH). Dieses Kollektiv, bestehend aus Kunsthistoriker:innen der Universität Zürich, befasst sich mit strukturellem Rassismus in Wissenschaft und Gesellschaft in der Kunstgeschichte. CARAH erhält den Team-Effort-Preis für seinen achtsamen und praxisorientierten Umgang mit Rassismus sowie für die Vernetzung der UZH mit der Gesellschaft und anderen Bildungsinstitutionen auf diesem Gebiet.
Lehrpreis für Theorie und Praxis
Dieses Jahr wurden anlässlich des 20jährigen Jubiläums des UZH-Lehrpreises gleich drei Personen nominiert, gewonnen hat den Lehrpreis Benjamin Wilding, Managing Director und Head of Teaching and Finance an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Wilding wird für seine gut strukturierte, praxisnahe und interaktive Lehre ausgezeichnet. Er motiviert die Studierenden mit praxisorientierten Projekten, E-Learning-Elementen und spielbasierten Challenges zum eigenständigen Denken und nimmt sich zugleich viel Zeit für sie. Die Studierenden loben neben seinem fundierten Fachwissen und der strukturierten Vermittlung auch die wertschätzende Stimmung im Unterricht, die eine lernfreundliche, respektvolle Atmosphäre auf Augenhöhe schaffe.
Wichtige Persönlichkeiten geehrt
Die Fakultäten verleihen den Titel eines Doktors oder einer Doktorin ehrenhalber an Menschen, die sich durch ihre Forschung oder ihr Lebenswerk besonders hervorgetan haben. Die Vielfalt der Forschung zeigt sich auch bei diesen Ehrentiteln. Kurzfilme vermitteln einen Einblick in das Wirken der geehrten Persönlichkeiten. Die Kurzfilme sind auf der Webseite verfügbar.
- Der Aargauer Schriftsteller Klaus Merz erhält von der Theologischen und Religionswissenschaftlichen Fakultät die Würde eines Dr. theol. honoris causa. In seinem Werk widmet er sich mit eindrücklicher Sprache und auf subtile Weise existenziellen, religiösen sowie spirituellen Themen.
- Die Rechtswissenschaftliche Fakultät verleiht die Würde einer Doktorin ehrenhalber an Prof. Dr. iur. Ingeborg Schwenzer. Die emeritierte Rechtsprofessorin beschäftigt sich über Kulturgrenzen hinweg mit gesellschaftlichen Fragen im Familien-, Schuld- und internationalen Kaufrecht.
- Prof. Phanish Puranam, PhD von der Business School INSEAD wird von der Wirtschaftswissen-schaftlichen Fakultät für seine wegweisenden Arbeiten an der Schnittstelle zwischen Organisationsgestaltung und Wettbewerbsvorteilen geehrt.
- Die Medizinische Fakultät zeichnet Prof. Chong Yap Seng, Dekan an der Universität Singapur, für sein Engagement in der Entwicklung moderner Medizincurricula aus. Als Gynäkologe konzentriert er sich nicht nur auf Krankheiten, sondern will auch Gesundheit und Wohlbefinden präventiv optimieren.
- Prof. Dr. John D. Bonagura von der North Carolina State University erhält die Ehrendoktorwürde von der Vetsuisse Fakultät. Sie anerkennt damit seine wissenschaftlichen und klinischen Leistungen auf dem Gebiet der Veterinärkardiologie sowie in der Ausbildung und Weiterbildung künftiger Tierärzt:innen.
- Die Philosophische Fakultät ehrt die belarussische Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch, deren Recherchereisen in ihrer Heimat lange tabu waren. Als eine führende Intellektuelle Osteuropas fördert sie den kritischen Diskurs mit der Geschichte der sowjetischen Diktaturen.
- Für ihre wissenschaftlichen Leistungen in der Koordinations- und Materialchemie mit besonderem Fokus auf der Nachwuchsförderung wird Prof. Dr. em. Catherine Housecroft von der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät ausgezeichnet. Als ehemalige Professorin an der Universität Basel engagiert sie sich für die Förderung der Chemie in der Schweiz.