Ein Baukasten für die Lehr- und Lerninfrastruktur
EduSpaces ist das neue räumliche Rahmenkonzept der Universität Zürich (UZH) für Lehre und Lernen. Es übersetzt Zukunftsperspektiven in räumliche Anforderungen und verbindet didaktische sowie menschenzentrierte Bedürfnisse mit baulichen Möglichkeiten.
Balthasar Eugster, Prorektorat Lehre und Studium, und Larissa Rossbacher, Direktion Immobilien und Betrieb, gehören zu den Autor:innen des Konzepts. Sie beantworten sechs Fragen zu EduSpaces:
Was ist der Hintergrund von EduSpaces: Wieso ist dieses Rahmenkonzept entstanden?
Lehre und Studium haben sich in den letzten Jahren stark verändert: neue Technologien, Methoden und Lehr-/Lernformate führen zu neuen Anforderungen. Gleichzeitig standen und stehen grosse Neu- und Umbauvorhaben an: das FORUM UZH im Zentrum und der Rochadebau PORTAL UZH auf dem Campus Irchel. Daraus entstand die Fragestellung, welche Lehr- und Lerninfrastruktur die UZH in Zukunft zur Verfügung stellen will.
Welches sind die zentralsten Anforderungen, die die Lehre aktuell an Räume stellt?
Unsere Arbeitswelt verändert sich: Viele Fragestellungen werden komplexer und können oft nicht mehr von Einzelpersonen gelöst werden. Wir arbeiten deshalb vermehrt fachübergreifend in inter- und transdisziplinären Teams. Diese und andere Entwicklungen prägen auch die Lehrentwicklung: Lehre ist nicht nur Frontalunterricht, Lernen nicht nur stilles Arbeiten in der Bibliothek. Die Tätigkeiten in der Lehre und im Studium sind sehr vielseitig und so sind es auch die Anforderungen an die räumliche Infrastruktur: Erforderlich sind unter anderem mehr buchbare Gruppenarbeitsplätze, ruhige Einzelarbeitsplätze sowie Raum für spontane Begegnung und informellen Austausch.
In aller Kürze: Wie lauten die wichtigsten Eckpunkte des Rahmenkonzepts?
Das Rahmenkonzept umfasst die EduSpaces-Toolbox, Planbeispiele, ein Rechenmodell sowie ergänzende Dokumente, beispielsweise Druckvorlagen. Die Toolbox übersetzt Aktivitäten in räumliche Anforderungs-«Funktionen» und leitet daraus funktionsbasierte Flächen ab: Zonen, Räume und «Raum-in-Raum»-Lösungen. Im Zentrum stehen thematische Nutzungsbereiche, die «Spaces», die je nach Projekt aus verschiedenen Flächen kombiniert werden können – für heute und für den Campus der Zukunft.
Wer hat EduSpaces erarbeitet?
EduSpaces ist das Ergebnis eines partizipativen Gestaltungsprozesses, in dem Vertreter:innen aus Lehre, Forschung, Planung und Verwaltung ihre Perspektiven und Fachexpertise eingebracht haben. Herausgeber:innen des Konzepts sind die Direktion Immobilien und Betrieb und das Prorektorat Lehre und Studium gemeinsam.
An wen richtet sich die EduSpaces-Toolbox?
Die EduSpaces-Toolbox richtet sich an alle, die Lehr- und Lernräume planen, bestellen, betreiben oder nutzen: Nutzer:innen der verschiedenen Fakultäten und Studienrichtungen (u.a. Studienprogrammverantwortliche, Dozierende, Studierende), interne und externe Planer:innen (u.a. Projektleitende, Fachplaner:innen) sowie interessierte Personen aus dem Hochschulumfeld.
Bezieht sich EduSpaces auf Neu- und Umbauten oder auch auf bestehende Räume, die nicht umgebaut werden?
Die EduSpaces-Toolbox dient als Werkzeug für laufende und künftige Neu- und Umbauvorhaben sowie Pilotprojekte: Sie fliesst aktuell in grosse Bauvorhaben wie beispielsweise die Planung des Rochadebaus PORTAL UZH mit ein. Sie soll aber auch für erste Pilotphasen in bestehenden Räumen eingesetzt werden: zum Beispiel zur Erprobung von multifunktionalen Räumen, neuen Möblierungsvorschlägen, flexiblen Raumsettings, digitalen Tools sowie inklusiven, barrierefreien Lösungsansätzen.