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UZH-Mitarbeitende im Porträt

Den Dialog möglich machen

Austausch und Dialog ist zentral für die Universität Zürich. Wir stellen in einer Porträtserie Mitarbeitende vor, die zu einem inspirierenden Campusleben beitragen und den Dialog zwischen Universität und Gesellschaft unterstützen.
Protokolle: Carole Scheidegger

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Morana Mihaljević: «Wir Menschen sind neugierig»

Forschungsergebnisse verständlich vermitteln: Morana Mihaljević, Leiterin des Science Lab und des Science Pavilion UZH, in der Ausstellung «Radiotracer – dem Krebs auf den Fersen». (Bild: Sophie Stieger)

«Wie entstand das Universum? Wie kommunizieren die Tiere? Wie funktionieren neue Krebstherapien? Auf solche Fragen liefern wir im Science Pavilion UZH Antworten. Wir geben den Besuchenden einen Einblick in die Forschung der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät (MNF). Im Science Lab UZH führen wir pro Jahr mehr als 200 Workshops für Schulklassen durch, von der Primarschule bis Sek II, und ergänzen das mit Formaten für die Kinder-Universität.

Bei den Ausstellungen im Science Pavilion UZH haben wir im Lauf der Zeit unseren Stil gefunden: weg von den Ausstellungswände mit viel Text, hin zu interaktiven Formaten mit klarer Dramaturgie. Für zusätzliche Informationen setzen wir nun häufig auf Bildschirme. Nicht alles funktioniert sofort – aber mit jeder Ausstellung lernen wir etwas Neues dazu.

Entscheidend ist für mich immer die Frage: Worum geht es im Kern? Was sollen die Besuchenden in drei Monaten noch wissen oder fühlen? Diese Reduktion auf das Wesentliche ist eine Herausforderung, macht mir aber auch grossen Spass.

Ich glaube, wir Menschen sind einfach neugierig. Unsere Aufgabe ist es, Forschungsergebnisse im Science Pavilion UZH so zu vermitteln, dass sie für die Besuchenden konkret werden. Beim Thema Elementarteilchen arbeiten wir beispielsweise mit Experimenten. Bei der evolutionären Anthropologie zeigen wir die Werkzeuge der Forschenden. Für die Mathematik haben wir auf haptische Elemente gesetzt.

Porträt von Morana Mihaljević

Wir wollen zeigen, wie Wissenschaft überhaupt funktioniert und wie das Wissen entsteht.

Morana Mihaljević
Leiterin Science Lab und Science Pavilion UZH

Zu meinen Aufgaben als Leiterin zählen auch Human Resources, Finanzen und Strategie, letzteres gemeinsam mit dem Dekanat der MNF. Mal sitze ich über dem Budget und den Stundenabrechnungen, mal diskutiere ich mit Forschenden, wie man ihr Thema so erzählt, dass es verständlich ist – aber nicht banal.

Gerade freue ich mich auf unsere neue Dauerausstellung, die wir, wenn alles klappt, im Sommer eröffnen. Der Arbeitstitel lautet «Abenteuer Forschung». Die Idee ist eine Art Reise, fast wie eine Zugfahrt, mit übergeordneten Themen, die in jeder Forschung stecken: Teamwork statt Genie-Mythos, Ausdauer, Modelle, Neugier, Präzision – und auch Unsicherheit. Wir wollen zeigen, wie Wissenschaft überhaupt funktioniert und wie das Wissen entsteht.

Früher habe ich selbst in der Paläoökologie geforscht. Dieses Gebiet fasziniert mich noch immer sehr, aber die Ergebnisse meiner Forschung interessierten meist nur einen kleinen Kreis von Fachleuten. Heute lerne ich ständig neue Themen kennen und kann sie einem breiten Publikum näherbringen. Genau das ist für mich unglaublich bereichernd.

Was ich mir wünsche? Dass der Science Pavilion UZH noch stärker als Begegnungsort wahrgenommen wird, auch von den Studierenden. Als Ort, an dem man verweilt, diskutiert, staunt. Und der sichtbar macht, was sonst hinter verschlossenen Türen geschieht.»

 

Elyas Sugiarto: «Ich helfe, Ideen umzusetzen»

Das richtige Material für jeden Anlass: Elyas Sugiarto, Projektleiter für Veranstaltungen an den Standorten Zentrum und Oerlikon, kümmert sich darum, dass Veranstaltungen reibungslos ablaufen. (Bild: Sophie Stieger)

«Als Projektleiter Veranstaltungen bin ich das Bindeglied zwischen den Veranstalter:innen – meist Institute oder Uni-Angehörige, manchmal auch Externe – und all den Stellen im Haus, die es für einen gelungenen Anlass braucht. Technik, Infrastruktur, Abläufe: Ich kenne die Wege, die Zuständigkeiten und oft auch die Stolpersteine.

Beamer, Mikrofon, Tonanlage – das kann trivial wirken, ist es aber selten. Wo steht der Referent in der Aula? Wie läuft ein Podiumsgespräch szenografisch rund? Reicht der Strom im Raum für zusätzliche Geräte? Braucht es Starkstrom oder sind spezielle Aufbauten nötig? Das koordiniere ich mit unserem Team im Veranstaltungsdienst als Teil des Betriebsdiensts Zentrum. Wir sind 14 Personen an den Standorten Zentrum und Oerlikon, arbeiten in zwei Schichten – und sind meist die Ersten im Haus und die Letzten, die gehen.

Neben dem Tagesgeschäft beschäftige ich mich mit verschiedenen Konzepten, etwa mit Bestuhlungsplänen für die verschiedenen Räumlichkeiten der Lehre. Ein wichtiges Thema ist auch die Barrierefreiheit. Wir haben ein Konzept entwickelt, das wir bei Bedarf anwenden. Es gibt zum Beispiel gute Tools für automatische Live-Untertitel bei Vorträgen. Ein weiterer Aspekt ist die Platzierung von Rollstuhlfahrenden: Wir schaffen Nischen an verschiedenen Stellen im Veranstaltungsraum, statt alle in die hinterste Reihe zu setzen.

Ich kenne die Wege, die Zuständigkeiten und oft auch die Stolpersteine.

Elyas Sugiarto
Projektleiter für Veranstaltungen

Was ich an meinem Job mag? Dass kein Tag dem anderen gleicht. Morgens starte ich um sieben, arbeite Mails ab, kontrolliere Aufbauten oder bin an unserem Schalter, wo wir Geräte, wie Webcams, Kopfhörer, Kameras und Lautsprecher ausleihen. Nachmittags arbeite ich an Konzepten oder optimiere Prozesse. Wenn ich Abendanlässe begleite, kann ein Tag auch mal lang werden. Aber im Vergleich zur privaten Veranstaltungsbranche habe ich eine überschaubare Zahl an Abend- und Wochenendeinsätzen, was mir als Vater von zwei Schulkindern sehr entgegenkommt.

Schwierig ist manchmal, dass ich Ideen aus Sicherheitsgründen ablehnen muss. Die Brandkatastrophe in Crans-Montana hat jedoch erneut gezeigt, wie wichtig diese Vorschriften sind. Meine Devise ist, nicht einfach «Nein» zu sagen, sondern «Nein, aber» – ich suche also nach einer guten Alternative, damit die Veranstaltenden nicht demotiviert werden. Ich helfe, Ideen umzusetzen, ohne die Regeln aus den Augen zu verlieren.

Wenn ich nach einem gelungenen Anlass ein positives Feedback erhalte, freut mich das sehr. Gut in Erinnerung geblieben ist mir zum Beispiel die General Assembly für Una Europa, die 2024 an der UZH stattfand. Das war im Vorfeld und in der Umsetzung mit viel Koordinationsaufwand verbunden, am Ende waren alle sehr zufrieden und es gab von Teilnehmenden aus ganz Europa Lob für die Organisation. Dann weiss ich: Genau dafür mache ich diesen Job gern.»