Header

Suche
Tag der Lehre

68 Studierende mit Semesterpreis ausgezeichnet

Der Tag der Lehre stand dieses Jahr ganz im Zeichen der Interdisziplinarität. Neben dem Austausch von Erfahrungen und Best Practices wurden herausragende Studienleistungen gewürdigt.
Barbara Simpson
Feierliche Anerkennung hervorragender Leistungen: Einige der Studierenden, die für ihre Seminararbeiten aus dem Herbstsemester 2024 bzw. dem Frühjahrssemester 2025 den Semesterpreis erhalten haben. (Bild: Sebastian Wagner)

Ob in interdisziplinären Studienprogrammen, in transdisziplinären Modulen oder im direkten Austausch mit Kommilitonen und Kommilitoninnen, viele Studierende der Universität Zürich setzen sich während ihres Studiums mit unterschiedlichen Perspektiven auseinander und geben ihrer wissenschaftlichen Neugier Raum – über die Fachgrenzen hinaus.

So auch ein junger Student, der, zunächst in Physik und Informatik eingeschrieben, sein Studium mit einem Master in Geografie abschloss. Danach forschte er in Physik, Astrophysik und den optischen Wissenschaften und wurde schliesslich Professor für Fernerkundung.

«Ich genoss eine grenzüberschreitende Ausbildung, die bis heute nachwirkt», erinnerte sich Michael Schaepman in seiner Ansprache zum Tag der Lehre an die fachliche Vielfalt seines eigenen Studiums. Als Rektor der Universität Zürich (UZH) engagiert er sich nun für eine Stärkung der interdisziplinären Lehre. In Zeiten globaler Herausforderungen sei es wichtiger denn je, kreative Lösungen aus vielfältigen Perspektiven zu entwickeln.

Studieren mit einer Vielfalt an Disziplinen

Michael Schaepman, Rektor der UZH
In seiner Ansprache zum Tag der Lehre erinnerte sich Michael Schaepman an die Fächervielfalt, die seinen Werdegang massgeblich geprägt hat. (Bild: Sebastian Wagner)

Der diesjährige Tag der Lehre stand ganz unter dem Motto «Celebrating Interdisciplinarity». Studienprogrammverantwortliche, Dozierende und Studierende sammelten in Vortragsveranstaltungen, Podiumsdiskussionen und Workshops wertvolle Ideen für Lehre und Studium und brachten ihre eigenen Erfahrungen ein.

Als Höhepunkt wurden 68 Studierende mit einem Semesterpreis für herausragende Seminararbeiten des Herbstsemesters 2024 und des Frühjahrssemesters 2025 ausgezeichnet. Auch die Absolventinnen und Absolventen der hochschuldidaktischen Programme, darunter Teaching Skills und der CAS in Hochschuldidaktik, sowie die Trägerin des Orelli-Preises der Rechtswissenschaftlichen Fakultät wurden für ihre besonderen Leistungen geehrt.

In seiner Ansprache hob Michael Schaepman die Vielfalt der Fächer hervor, in denen die preiswürdigen Arbeiten entstanden. «Dass diese Vielfalt immer stärker auch von Interdisziplinarität geprägt ist, ist Ihnen und Ihrer Arbeit zu verdanken», sagt er den anwesenden Lehrenden und Lernenden. Die UZH wolle Studierende und Mitarbeitende befähigen, die Problemlöser:innen der Zukunft zu werden – und das gelinge heute am besten mit interdisziplinären Ansätzen.

  • Der Tag der Lehre stand unter dem Motto «Celebrating Interdisciplinarity».
    Der Tag der Lehre stand unter dem Motto «Celebrating Interdisciplinarity».
  • In ihrer Keynote betonte Claudia Witt, Medizinprofessorin und Direktorin der Digital Society Initiative (DSI), wie wichtig Inter- und Transdisziplinarität im Zeitalter der Digitalisierung sind.
    In ihrer Keynote betonte Claudia Witt, Medizinprofessorin und Direktorin der Digital Society Initiative (DSI), wie wichtig Inter- und Transdisziplinarität im Zeitalter der Digitalisierung sind.
  • Auch das fünfjährige Bestehen der School for Transdisciplinary Studies wurde gefeiert. Im Laufe des Tages wurde immer wieder deutlich, wie sehr die STS die interdisziplinäre Lehre an der UZH bereichert.
    Auch das fünfjährige Bestehen der School for Transdisciplinary Studies wurde gefeiert. Im Laufe des Tages wurde immer wieder deutlich, wie sehr die STS die interdisziplinäre Lehre an der UZH bereichert.
  • Auf dem Podium diskutierten (v. l. n. r.) Ladina Bischof (Co-Präsidentin des VSUZH), Peter Finke (Co-Studiendekan der Philosophischen Fakultät), Anja Schulze (DIZH-Brückenprofessorin), Gabriele Siegert (Prorektorin Studium und Lehre) und Claudia Witt (Direktorin der DSI).
    Auf dem Podium diskutierten (v. l. n. r.) Ladina Bischof (Co-Präsidentin des VSUZH), Peter Finke (Co-Studiendekan der Philosophischen Fakultät), Anja Schulze (DIZH-Brückenprofessorin), Gabriele Siegert (Prorektorin Studium und Lehre) und Claudia Witt (Direktorin der DSI).
  • Ausgezeichnet wurden auch die Absolventinnen und Absolventen der hochschuldidaktischen Programme.
    Ausgezeichnet wurden auch die Absolventinnen und Absolventen der hochschuldidaktischen Programme.
  • Das Publikum in der vollbesetzten Aula applaudierte den Semesterpreisträger:innen, den Absolvent:innen der hochschuldidaktischen Fortbildungen sowie der Trägerin des Orelli-Preises der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. (Alle Bilder: Sebastian Wagner)
    Das Publikum in der vollbesetzten Aula applaudierte den Semesterpreisträger:innen, den Absolvent:innen der hochschuldidaktischen Fortbildungen sowie der Trägerin des Orelli-Preises der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. (Alle Bilder: Sebastian Wagner)

Motor für innovative Lehre

Zugleich feierte die UZH am Tag der Lehre auch den fünften Geburtstag der School for Transdisciplinary Studies (STS). «Die STS ist nicht nur ein Ort der Begegnung, sondern auch ein Motor für innovative Lehre an unserer Universität», betonte Gabriele Siegert, Prorektorin Lehre und Studium. Lernen sei besonders wirksam, wenn es Verbindungen schaffe – zwischen Disziplinen, Theorie und Praxis sowie zwischen Menschen.

Gabriele Siegert, Prorektorin Lehre und Studium

Die STS ist nicht nur ein Ort der Begegnung, sondern auch ein Motor für innovative Lehre an unserer Universität.

Gabriele Siegert
Prorektorin Lehre und Studium

Von solchen Verbindungen profitiert auch die Politologie- und Archäologiestudentin Ladina Bischof. An der Podiumsdiskussion «Fach- und fakultätsübergreifend studieren – warum und wie?» erklärte sie, der Austausch mit Freund:innen aus anderen Fachbereichen habe ihr wichtige Impulse zum Beispiel für eine interdisziplinäre Seminararbeit geliefert. Als Co-Präsidentin des VSUZH ist Ladina Bischof hochschulpolitisch aktiv. Im Rahmen der Diskussion forderte sie «mehr Mut zum Crosslisten»: fachübergreifend interessante Module sollten für Studierende möglichst vieler Disziplinen sichtbar sein.

Auf dem Podium vertreten war auch Anja Schulze, Professorin für Mobilität- und Digitales Innovationsmanagement. Sie betonte, dass komplexe Fragestellungen nur im Verbund unterschiedlicher Disziplinen beantwortet werden könnten. Es brauche aber dennoch eine solide «vertikale» fachliche Verankerung, bevor man sich «horizontal» überfachlich ausbreiten könne. Es lohne sich, beide Dimensionen zu verbinden – wie beim Buchstaben «T», den Schulze mit ausgestreckten Armen anschaulich demonstrierte. «Inter- und Transdisziplinarität bedeutet, anknüpfungsfähig zu sein und miteinander über Fachgrenzen hinweg zu kommunizieren.»

Anerkennung für den Mehraufwand der Interdisziplinarität

«Interdisziplinarität ist mit Mehraufwand verbunden und kein ‘easy way out’», erklärte Gabriele Siegert in der Diskussion. Es brauche viel zusätzliches Engagement, das sich nicht immer in anrechenbaren Lehr- und Studienleistungen niederschlage. Der Abbau von organisatorischen Hürden sei zentral, um interdisziplinäre Lehre zu stärken. Der Erfolg der STS zeige, dass sich die Bemühungen lohnen.

Claudia Witt, Professorin für Komplementär- und Integrative Medizin, betonte wie wichtig angesichts des zusätzlichen Aufwands auch die soziale und institutionelle Anerkennung sei, beispielsweise durch Auszeichnungen und Veranstaltungen wie den Tag der Lehre.

Zu Beginn des Tages hatte sie in ihrer Keynote die Relevanz von Inter- und Transdisziplinarität im Zeitalter der Digitalisierung hervorgehoben. Im anschliessenden Panel der STS wurde gezeigt, wie Studierende und Dozierende in interdisziplinären Formaten gewinnbringend zusammenarbeiten. Lehrpreisträger Florian Altermatt illustrierte dies mit Einblicken in das von ihm geleitete Studienprogramm Biodiversität.

Der Tag klang mit einem geselligen Apéro im Lichthof aus, bei dem sich Studierende, Dozierende und Gäste – getreu dem Motto des Tages – über Fachgrenzen hinweg austauschten.