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Quantenphysik

Ausbruch aus der Quantenwelt

Ein Escape-Room zu Quantenphysik? Was abenteuerlich klingt, wurde im Science Pavilion UZH realisiert. Die knifflige Zeitreise in die Welt von Nobelpreisträger Erwin Schrödinger ist unterhaltsam und bringt Besuchenden die Physik aus einer anderen Warte näher.
Theo von Däniken, UZH News
Polstergruppe im Stil der 20-er Jahre mit einem Beistelltisch mit Glubus darauf und Portraitbildern von Physikerinnen an der Wand
Der Raum ist mit vielen stimmigen Details im Stil der 20-er Jahre gestaltet. (Bild: Morana Mihaljević)

Welche Informationen verbergen sich in der Lampe? Ist die Lösung für den nächsten Schritt in den Bildern an der Wand versteckt? Und wer ist eigentlich Katherine Burr Blodgett? Der neu eröffnete Quantum-Escape-Room im Science Pavilion UZH gibt auf eine spannende und unterhaltsame Weise Einblick in die Welt der Physik zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Ausgehend von der Entdeckung der Quantengleichung, die Erwin Schrödinger 1925 während seiner Professur an der UZH entwickelte, müssen die Mitspielenden im Escape Room ein Rätsel lösen, dessen Inhalt hier nicht verraten sei. Das Rätsel ist rund um Persönlichkeiten aufgebaut, die damals für die Physik prägend waren. Um es zu lösen – so viel kann gesagt werden – sind keine Kenntnisse in Quantenphysik notwendig.

Beobachtungsgabe gefragt

Wer im Physik-Unterricht aufgepasst hat, hat vielleicht leichte Vorteile. Doch wichtig sind vor allem gute Beobachtungs- und Kombinationsgabe, um die Hinweise zu entschlüsseln, die letztlich zur Lösung des Rätsels führen. Auf dem Weg dorthin lernt man wichtige Persönlichkeiten aus der Physik kennen und erlebt das eine oder andere physikalische Phänomen.

Die Idee zum Escape-Room hatten Lídia del Rio und Titus Neupert vom Physik Institut – Anlass war das Internationale Jahr der Quantenphysik 2025. Del Rio und ihre Kollegin Nuriya Nurgalieva entwickelten die Geschichte und heckten die Rätsel aus, die die Mitspielenden lösen müssen.

Zeitreise in die 1920-er Jahre

Nurgalieva, selber Physikerin und eine begnadete Zeichnerin, steuerte zudem die erklärenden Zeichnungen und die Porträts der Physiker:innen bei, die im Raum aufgehängt sind. Dieser ist liebevoll im Stil der 1920er-Jahre möbliert und gestaltet – auch dies das Werk von del Rio und Nurgalieva.

Untergebracht ist der Escape-Room im Untergeschoss des Science Pavilion UZH auf dem Campus Irchel. Die Mitarbeitenden dort standen bei der Realisierung mit Rat und Tat zur Seite. Während an der Rahmengeschichte und den einzelnen Rätseln wenig angepasst werden musste, erwies sich die Feinarbeit in der Umsetzung zum Teil als sehr aufwändig. Einen essentiellen Beitrag dazu leisteten die Teams der Mechanik- und Elektronik-Werkstätten des Physik-Instituts der UZH. 

Liegt der Schlüssel zum Rätsel im Reagenzglas von Katharine Burr Blodgett? (Illustration: Nuriya Nurgalieva)

«Von einzelnen Rätseln haben wir bis zu fünf verschiedene Versionen ausprobiert, bis am Ende alles stimmte», erinnert sich Morana Mihaljević, die mit ihrem Team im Science Pavilion UZH nun den Escape-Room betreibt. Über 20 ganz unterschiedliche Gruppen testeten das Spiel, bis es im Januar – passend zum 100-Jahr Jubiläum der Publikation der Schrödinger-Gleichung – eröffnet wurde.

Dabei zeigte sich: «Physiker:innen hatten keinen Vorteil beim Lösen der Aufgaben», so Mihaljević. Bei einigen Aufgaben seien sie sogar die einzigen gewesen, die Schwierigkeiten hatten. «Oft tendieren Expert:innen dazu, zu weit zu denken», so die Erklärung von Mihaljević. Am besten schnitten Gruppen ab, die bereits über Erfahrung aus anderen Escape-Rooms hatten.

Die Zeit vergeht im Flug

Die Rückmeldungen zum Escape-Room seien bisher durchwegs positiv, sagt Mihaljević. «Besonders gut kommt auch das Dekor an, das die fiktive Reise in die Vergangenheit unterstreicht.» Einige Personen hätten im voraus Angst gehabt, dass sie zu wenig von Physik verstünden, um im Escape-Room zu bestehen. Dies habe sich als unbegründet erwiesen.

Das Spiel nimmt rund eine Stunde in Anspruch, die meisten Teams schaffen es in der vorgegebenenen Zeit von 75 Minuten. Wen das lange dünkt, dem sei verraten, die Zeit vergeht ob des Rätselns und Kniffe-Ausprobierens wie im Flug. Das UZH-News-Team schaffte es dank einer Escape-Room-erfahrenen Mitstreiterin gut innerhalb der Zeit.

Mehr über die physikalischen Phänomene und über wichtige Persönlichkeiten aus der Geschichte der Physik kann man auf der Website des Escape-Rooms nachlesen – allerdings erst nachdem alle Rätsel gelöst wurden. Dort erfährt man auch, wer Katherine Burr Blodgett ist. Ob sie den entscheidenden Hinweis zur Lösung des Rätsels bereit hält? Das wird hier natürlich nicht verraten!