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Sparkling Research

Innovative Forschende im Rampenlicht

Zeit, um innezuhalten und das Erreichte zu würdigen: Unter dem Motto «Sparkling Research» feierte die Universität Zürich besondere Leistungen in den Bereichen Forschung und Innovation. Prorektorin Elisabeth Stark verlieh an der Forschungsgala sieben Auszeichnungen.
Barbara Simpson
Die acht Preisträgerinnen und Preisträger der Sparkling Research Gala
In der ersten Reihe: Die UZH Entrepreneur Fellows Thomas Look und Celestin Mutuyimana; die Preisträger:innen des UZH 3R Awards Fabiola Jörger, Johannes vom Berg und Markus Seeger; und die Preisträger:innen des FAN Awards Zoe Marti, Stephanie Santschi und Stefano Statunato (von links nach rechts). (Bild: Nicolas Zonvi)

Die Aula der Universität Zürich (UZH) war am Dienstagnachmittag gut besucht, die Stimmung erwartungsvoll. Es galt, besondere Forschungsleistungen hervorzuheben und wissenschaftliche Erfolge zu feiern. «In der schnelllebigen Welt der Forschung hetzen wir oft von einem Meilenstein zum nächsten und vergessen dabei, das Erreichte angemessen zu würdigen», gab Elisabeth Stark, Prorektorin Forschung, zu bedenken. Genau dafür bot «Sparkling Research» den Rahmen: An diesem Winternachmittag standen die Preisträger:innen der FAN Awards und der UZH 3R Awards sowie die Absolventen des UZH Entrepreneur Fellowship Programms im Rampenlicht.

Individuelle und kollektive Forschungsleistungen feiern: Die ehrwürdige Aula bot den passenden feierlichen Rahmen für «Sparkling Research». (Bild: Nicolas Jonvi)

Zu Beginn ihrer Rede zog Elisabeth Stark Bilanz der ausserordentlich erfolgreichen Rückkehr der UZH in die kompetitiven ERC-Förderprogramme: So gingen in der letzten Förderperiode neun Consolidator Grants, zwei Starting Grants, ein Proof of Concept Grant und ein Synergy Grant an die UZH. Mit zwei neuen Nationalen Forschungsschwerpunkten sicherten sich Forschende der UZH zudem unlängst langfristige Unterstützung für die Weiterentwicklung auf zwei Gebieten der Spitzenforschung.

Elisabeth Stark

Die heutigen Ehrungen spiegeln nur einen Bruchteil der exzellenten Forschung an der UZH wider.

Elisabeth Stark
Prorektorin Forschung

«Die heutigen Ehrungen spiegeln natürlich nur einen Bruchteil der exzellenten Forschung an der UZH wider», sagte Stark. Leider sei es nicht möglich, auf alle herausragenden Forschungsleistungen einzugehen. Exemplarisch würdigte die Prorektorin die besondere gesellschaftliche Relevanz des Gewinnerprojekts des diesjährigen Postdoc Team Awards. Das KI-Tool SpiritRAG liefert Antworten zu religiösen und spirituellen Fragen auf der Basis von Tausenden von UN-Dokumenten und vereint Expertise aus den Bereichen Spiritual Care, Informatik, Computerlinguistik und Erziehungswissenschaft.

Resilient bleiben, interdisziplinär vernetzen, Zukunft gestalten

In ihrer Keynote plädierte Sandra Luber, Professorin für Theoretische Chemie an der UZH und Preisträgerin des Walter-Thiel-Awards der Europäischen Chemischen Gesellschaft, angesichts der Angriffe auf die Wissenschaftsfreiheit in vielen Teilen der Welt für mehr Vernetzung und Zusammenarbeit in der wissenschaftlichen Community. Herausforderungen und Unsicherheiten seien in einer sich wandelnden Forschungslandschaft zwar unvermeidlich, entscheidend sei jedoch eine resiliente Grundhaltung: Wie man auf Veränderungen reagiere und ob man darin Chancen erkenne.

«Forschung gelingt nie allein», betonte Sandra Luber. Es brauche tragfähige berufliche und private Netzwerke. (Bild: Nicolas Zonvi)

Zentral für eine erfolgreiche wissenschaftliche Laufbahn seien Neugier, Talent und eine fachliche Vielfalt, sagte die Chemieprofessorin weiter: «Die Herausforderungen, denen wir uns heute stellen müssen, sind viel zu komplex für eine einzelne Disziplin. Lösungen werden von Forschenden mit einem breiten fachlichen Hintergrund kommen.»

Zugleich betonte Luber, dass Forschung nicht allein gelinge: Tragfähige berufliche und private Netzwerke sowie unterstützende Kolleg:innen und Mentor:innen seien das Rückgrat nachhaltiger Forschungsleistung. Abschliessend rief sie dazu auf, Strukturen so weiterzuentwickeln, dass die nächste Generation noch bessere Bedingungen vorfinde und langfristig nachhaltiger forschen könne.

FAN Awards 2026

Sandra Lubers Plädoyer für eine nachhaltige Arbeitskultur in der Wissenschaft hallte noch nach, als Elisabeth Stark zur ersten Auszeichnung des Nachmittags schritt. Der FAN Award wird vom Fonds zur Förderung des akademischen Nachwuchses der UZH Alumni verliehen. Der mit 5'000 Franken dotierte Preis wird in den Bereichen Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin und Naturwissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften vergeben. Jede Fakultät der UZH konnte zwei exzellente fortgeschrittene Doktoranden oder frühe Postdocs nominieren, die ihre Forschung einer Jury präsentieren konnten.

Die Jury prämierte 2026 folgende drei Forschende:

  • Zoe Marti (MNF)
  • Stephanie Santschi (PhF)
  • Stefano Statunato (RWF)
  • Ausgezeichneter akademischer Nachwuchs: Stefano Statunato, Stephanie Santschi und Zoe Marti (von links nach rechts).
    Ausgezeichneter akademischer Nachwuchs: Stefano Statunato, Stephanie Santschi und Zoe Marti (von links nach rechts).
  • In Kurzvorträgen stellten die Preisträger:innen ihre Forschung vor: Zoe Marti sprach über ihr Projekt, mit dem sie eine genauere und effizientere Immuntherapie für Patient:innen mit Multipler Sklerose entwickeln möchte.
    In Kurzvorträgen stellten die Preisträger:innen ihre Forschung vor: Zoe Marti sprach über ihr Projekt, mit dem sie eine genauere und effizientere Immuntherapie für Patient:innen mit Multipler Sklerose entwickeln möchte.
  • Stephanie Santschi erklärte ihr Citizen-Science-Projekt, das historische, japanische Landschaftsdarstellungen kartografiert und damit hinterfragt, wie Bilder unsere Wahrnehmung der Welt beeinflussen.
    Stephanie Santschi erklärte ihr Citizen-Science-Projekt, das historische, japanische Landschaftsdarstellungen kartografiert und damit hinterfragt, wie Bilder unsere Wahrnehmung der Welt beeinflussen.
  • Und Stefano Statunato präsentierte seine Forschung zu einer normativen Theorie der Wissenschaftsfreiheit in Zeiten der postfaktischen Politik. (Alle Bilder: Nicolas Jonvi)
    Und Stefano Statunato präsentierte seine Forschung zu einer normativen Theorie der Wissenschaftsfreiheit in Zeiten der postfaktischen Politik. (Alle Bilder: Nicolas Jonvi)

UZH 3R Awards 2025

Die nächsten Preisträger:innen wurden für ihre herausragenden Beiträge zum Ersatz, zur Reduktion und zur Verfeinerung von Tierversuchen, den sogenannten 3Rs (Replace, Reduce, Refine), gewürdigt. Der UZH 3R Award unterstützt damit die Bemühungen von UZH-Mitarbeitenden um ethische Forschungspraktiken.

Ausgezeichnet wurden:

  • Fabiola Jörger
  • Markus Seeger und Johannes vom Berg
Prorektorin Elisabeth Stark beglückwünschte die stolzen Preisträger:innen Johannes vom Berg, Fabiola Jörg und Markus Seeger (von rechts nach links). (Bild: Nicolas Jonvi)

Fabiola Jörger arbeitet als Oberärztin in der Abteilung für Anästhesiologie des Universitären Tierspitals der UZH. Sie wurde für ihr Engagement im «Skills Lab» geehrt, ein Anästhesie-Tutorat, das sie seit einigen Jahren leitet. Dort können Studierende der Veterinärmedizin an mehreren Stationen ihre praktischen Fähigkeiten an Tiermodellen aus Silikon üben, damit sie bestmöglich vorbereitet in die klinischen Semester starten können.

Markus Seeger vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Johannes vom Berg vom Institut für Labortierkunde wurden für die Entwicklung einer neuen Technologie namens «Flycodes» ausgezeichnet. Damit können rund 25 Antikörper gleichzeitig in einer einzigen Maus getestet werden. Bislang werden Antikörperkandidaten einzeln in Versuchstieren analysiert. Die Flycodes-Technologie beschleunigt die Forschungs- und Entwicklungspipeline neuer Medikamente und verringert die dafür benötigte Anzahl an Tieren drastisch.

UZH Entrepreneur Fellowship

Zum Schluss der Preisverleihung wurden zwei Entrepreneur Fellows gewürdigt. Das UZH Entrepreneur Fellowship-Programm des Innovation Hub ist ein Sprungbrett für Nachwuchswissenschaftler:innen, die ihre Forschung in ein Start-up überführen möchten. Es stellt bis zu CHF 150'000 Franken an Finanzierung, Beratung und Coaching zur Verfügung, damit die Forschenden einen Proof-of-Concept erstellen und Marktfähigkeit erreichen können.

Diese beiden Fellows haben das Programm im Jahr 2025 erfolgreich abgeschlossen:

  • Celestin Mutuyimana (Bereich Psychologie)
  • Thomas Look (Bereich MedTech)
Innovative Wissenschaftler: Thomas Look und Celestin Mutuyimana mit Prorektorin Elisabeth Stark. (Bild: Nicolas Zonvi)

Celestin Mutuyimana entwickelte mit seinem Team eine digitale psychotherapeutische Intervention für posttraumatische Folgen, die universelle Symptome ebenso wie kulturspezifische Ausprägungen berücksichtigt. Online-Lösungen seien in diesem Kontext zentral, so Mutuyimana, da sie niedrigschwellig und kostengünstig sind. Im Rahmen des Fellowships standen die Marktabklärung, die erste Produktentwicklung und eine Pilotstudie mit Patientengruppen in Ostafrika im Fokus. Angedacht sei auch die Anpassung des Angebots für weitere Konfliktregionen.

Thomas Look hat im Rahmen seines Fellowships eine nicht-virale Plattform entwickelt, die multifunktionale CAR-Immunzellen schnell und sicher herstellt, um die Hürden der CAR-T-Therapie bei schwarzem Hautkrebs – lange Produktionszeiten, Sicherheitsrisiken und begrenzte Wirksamkeit – zu reduzieren. Die nächsten Schritte sind klinische Studien und die Gründung eines Spin-offs, um das Verfahren in die klinische Praxis zu bringen.

  • Beim anschliessenden Apéro in der Oberen Mensa konnten die Gäste feiern, Kontakte knüpfen und sich austauschen.
    Beim anschliessenden Apéro in der Oberen Mensa konnten die Gäste feiern, Kontakte knüpfen und sich austauschen.

Vernetzen und Austauschen

«Heute haben wir exzellente Projekte und aussergewöhnliche Forschende gefeiert, die die UZH zu einem lebendigen Ort für Wissen und Innovation machen», bekräftigte Elisabeth Stark abschliessend. Nach den anregenden Einblicken in die Forschung kamen die Gäste beim Apéro in der Oberen Mensa zusammen.

Dort konnten sie einerseits Unterstützungsangebote des Prorektorats in den Bereichen Forschungs-, Innovations- und Nachwuchsförderung sowie Infrastrukturentwicklung und Unterstützung von tierexperimenteller Forschung entdecken. Andererseits bot sich die Gelegenheit, neue Verbindungen zu knüpfen, sich mit Kolleg:innen auszutauschen und von Familie und Freund:innen feiern zu lassen.