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Top-Ten der UZH-Medienmitteilungen

Gletscherschmelze schwimmt oben auf

Im letzten Jahr interessierten sich die nationalen und internationalen Medien vor allem für Themen rund um den Klimawandel, das Vertrauen in die Wissenschaft und die Gesundheit. Dies ergab die Auswertung aller von der UZH-Kommunikation veröffentlichten Medienmitteilungen.
Melanie Nyfeler
Der South Cascade Gletscher im US-Bundesstaat Washington ist der erste Gletscher des Jahres 2025. Der Gletscher ist einer von fünf Referenzgletschern des U.S. Geological Survey und wird seit 1958 beobachtet. (Bild: U.S. Geological Survey)

Die Media Relations der Universität Zürich hat letztes Jahr rund 70 Medienmitteilungen und Artikel über Forschungsergebnisse oder institutionelle Neuerungen veröffentlicht. Nicht alle Themen wurden medial gleich gut aufgenommen. Eine interne Rangliste der zehn erfolgreichsten Meldungen hat nun ergeben, dass erstmals der Klimawandel weltweit die grösste Aufmerksamkeit auf sich zog.

Alarmierender Gletscherschwund

2025 war das Jahr der Gletscher und wurde vom World Glacier Monitoring Services (WGMS) der Universität Zürich entsprechend in den Fokus gerückt. Gleich zwei Mitteilungen zum Gletscherschwund machten weltweit die Runde: Die Schlagzeile, dass Süsswasser knapper wird und gleichzeitig der Meeresspiegel steigt, sorgte nicht nur in der Schweiz für sehr hohe Aufmerksamkeit. In der erfolgreichsten Medienmitteilung des letzten Jahres rechnete WGMS-Direktor Michael Zemp vor, dass die Gletscher seit 25 Jahren weltweit jährlich 273 Milliarden Tonnen Eis verlieren. Diese Warnung wurde von insgesamt fast 1100 nationalen und internationalen Online- und Printmedien aufgegriffen (weiterlesen).

Einen Weckruf enthielt auch der UZH-News-Artikel zum ersten Welttag der Gletscher. Glaziologe Zemp liess sich wie folgt zitieren: «Jedes Zehntel Grad, was wir an globaler Erwärmung verhindern können, rettet uns einen Teil der Gletscher, mindert die Schäden und verringert die Folgekosten.» Diese Botschaft wurde von über 1000 Medien auf der ganzen Welt geteilt und erreichte Platz zwei auf unserer Top-Ten-Liste (weiterlesen).

Video in Englisch. Untertitel sind über das Zahnrad im Player unten rechts verfügbar.

Altersmedizin und Vertrauen in die Wissenschaft

Auf Platz drei schaffte es die Meldung, dass die tägliche Einnahme von Omega-3-Fettsäuren den biologische Alterungsprozess verlangsamen kann. Diese Studie des Teams um die Altersmedizinerin Heike Bischaff-Ferrari generierte international rund 680 Artikel, vor allem in Online-Medien in den USA und Südamerika (weiterlesen).

Platz vier belegte eine interdisziplinäre Umfrage in 68 Ländern, die Viktoria Cologna und Niels Mede durchführten. Die mit dem UZH Postdoc Team Award ausgezeichneten Forschenden hatten dazu mit 241 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus 179 Institutionen zusammengearbeitet. Das Ergebnis: Das Vertrauen der Bevölkerung in die Wissenschaft ist weltweit moderat hoch – die Schweiz befindet sich allerdings im unteren Mittelfeld. 44 Berichte wurden über diese Umfrage in der Schweiz verfasst, in anderen Ländern deren 382 (weiterlesen).

Gesteinsriesen und Menschenaffen

Den fünften Rang belegt eine neue Erkenntnis aus dem Sonnensystem: Die letzten Dezember veröffentlichte Medienmitteilung der Astrophysiker Ravit Helled und Luca Morf stellt das bisherige Verständnis vom Innern der Planeten in Frage. Ihren Berechnungen zufolge könnte die Zusammensetzung von Uranus und Neptun viel felsiger und weniger eisig sein als bisher angenommen. Diese Meldung generierte rund 420 Artikel, vor allem aus dem Ausland (weiterlesen).

In unserer Top-Ten-Liste fehlen Tiere nie: Bonobos – unsere nächsten lebenden Verwandten – kombinieren ihre Rufe ähnlich wie wir Menschen nach sprachähnlichen Regeln. Die Studienergebnisse der beiden Anthropologen Mélissa Berthet und Simon Townsend legen nahe, dass gewisse Aspekte der Sprache evolutionär weit zurückreichen. Die Meldung erzielte den sechsten Platz und wurde unter anderem in Indien, Australien oder Malaysia online publiziert (weiterlesen).

Mia, ein junges Bonobo-Weibchen aus der Fekako-Gemeinschaft, ruft als Antwort auf entfernte Gruppenmitglieder. (Bild: Martin Surbeck, Kokolopori Bonobo Research Project)

Entspannung für ChatGPT und Menschen

Dass KI-Sprachmodelle genauso wie Menschen gestresst sein können, interessierte mit 372 Beiträgen in der Schweiz und weltweit. Unter dem provokativen Titel «ChatGPT auf der Couch» erklärten Psychiater Tobias Spiller und sein Team, dass eine erhöhtes «Angstniveau» von GPT-4 mit achtsamkeitsbasierten Entspannungstechniken wieder «beruhigt» werden könne. Dies könnte die Entwicklung automatisierter «therapeutischer Interventionen» für KI-Systeme erheblich verbessern, so die Forschenden (weiterlesen).

Was für ChatGPT gilt, gilt auch für den Menschen: Gemäss Anthropologe Colin Shaw sei der Mensch nicht für die dauerhafte Reizüberflutung des modernen Lebens gemacht, sondern stecke noch in seiner Vergangenheit als Jäger und Sammler. «Unser Körper reagiert, als wären alle Stressfaktoren Löwen, die uns angreifen wollen», so Shaw. Seine Analyse «Ab in den Wald» ging um die Welt und reiht sich in unserer Hitliste auf Platz acht ein (weiterlesen).

Nobelpreisträger an der UZH und Stammzellen-Therapie

Ebenfalls international breit aufgenommen wurde die Medienmitteilung über einen prominenten Zuwachs an der UZH: Das Nobelpreisträger-Ehepaar Esther Duflo und Abhijit Banerjee wird ab Juli 2026 an der UZH das Zentrum für Entwicklungsökonomie, Bildung und Politikgestaltung aufbauen – eine News, die vor allem in der Schweiz, Indien und englischsprachigen Ländern geteilt wurde und Platz neun erreichte (weiterlesen).

Ein Meilenstein für die Therapie von Hirnerkrankungen rundet die Top-Ten-Liste ab. Das Team um Christian Tackenberg vom Institut für regenerative Medizin fand in Mausmodellen heraus, dass die Transplantation von Stammzellen Schlaganfall-Schäden rückgängig machen und die Anzahl der Nervenzellen sowie die motorischen Funktionen verbessern kann. Eine positive Nachricht, die weltweit 184-mal geteilt wurde (weiterlesen).